Hütten : Sudetendeutsche Hütten

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Bewahrte Bergheimat (1984)

Der Aufbau

Die Sektion Prag gewann schnell an Mitgliedern, Stüdl an tatkräftigen Mitarbeitern. So entstand 1872 die Prager Hütte in der Venedigergruppe. Im gleichen Jahr stiftete der Prager Prokop Ratzenbeck die Clarahütte im Umbaltal, 1875 entstand die Payerhütte am Tabarettakamm des Ortlers. Neben den Hohen Tauern und dem Ortler wurden die Loferer Steinberge Interessengebiete: die Steinbergalmhütte wurde gepachtet und ausgebaut. Im nächsten Jahr übernahm die Sektion Prag die Johannishütte, deren Bau seinerzeit Franz Keil angeregt hatte. Dazu wurde die Stüdlhütte und die Hofmannshütte verwaltet und weiter ausgebaut. 1904 folgte die höher gelegene Neue Prager Hütte.

Johannishütte
Johannishütte
(Venedigergruppe)
Schließlich wurde das Zillertal zum Arbeitsgebiet: 1881 entstand die Olpererhütte. Zwei Jahre später ließ der Prager Buchhändler Heinrich Dominicus im Schlegeistal die Dominicushütte errichten. 1887 folgte die Rifflerhütte. Unter der tatkräftigen Hand des Karlsbader Kaufmanns Franz Höller wurde 1883 in den Ötztaler Alpen die Carlsbader Hütte im Matscher Tal errichtet, später erhielt sie, seinen Namen: Höllerhütte.

Bereits 1878 fanden sich im äußersten Zipfel Böhmens 21 Männer zusammen, die die Sektion Asch gründeten und die 1884 auf der höchsten Erhebung des Elstergebirges in Böhmen das Hainberg-Schutzhaus errichten konnten. 1896 wurde in der Samnaungruppe die Ascher Hütte erbaut.

Die Sektionen Prag und Austria/Wien strahlten aus:
so entstand 1881 die Sektion Moravia in Brünn, um "alpine Zwecke und die Kenntnis der mährischen und schlesischen Gebirgs- und Höhlengebiete" zu fördern. Sie wurde im Dachsteingebirge aktiv und erwarb 1887 am Stoderzinken die Brünner Hütte. Es folgte 1886 die Sektion Silesia in Troppau, die sich in der Ortlergruppe betätigte und 1895 die Troppauer Hütte im Laaser Tal erbaute, die mehrfach zerstört wurde.

Von Stüdl gefördert, entstand ebenfalls 1886 die Sektion Teplitz-Nordböhmen, die bereits in ihrer Gründungsversammlung den Bau der Teplitzer Hütte in den Stubaier Alpen beschloß, die 1887 vollendet, aber im folgenden Jahr zerstört wurde. 1889 konnte die Neue Teplitzer Hütte und die Grohmannhütte eröffnet werden. Ihnen folgte 1891 die Müllerhütte auf 3160 m, eine der höchstgelegenen Hütten in den Ostalpen, und schließlich 1908 die Erzherzog-Karl-Hütte, beide am Pfaffennieder gelegen. In den Lienzer Dolomiten, am Laserzsee, wurde 1888 die von der Filiale Leitmeritz erbaute Leitmeritzer Hütte eröffnet.

Im äußersten Norden Böhmens folgte 1887 die Sektion Warnsdorf, deren Mitglieder sowohl in Böhmen, als auch in Sachsen wohnten. Bald wurde sie im Krimmler Achentale tätig und errichtete 1891 die Warnsdorfer Hütte. Ihr folgte 1901 die Zittauer Hütte und 1907 die Neugersdorfer Hütte. Anton Richter, der Obmann, baute 1897 seine Richterhütte im Rainbachtal in den Zillertaler Alpen.

Im gleichen Jahr entstand eine weitere Sektion in Nordböhmen: Haida. Als 200. Sektion des DuOeAV konstituierte sich 1893 die Sektion Reichenberg, ein Jahr später die Sektion Eger. Beide wurden in den Südtiroler Dolomiten tätig und errichteten 1905 die Reichenberger Hütte an der Croda da Lago und 1907 die Egerer Hütte am Seekofel.

In den folgenden Jahren bildeten sich die Sektionen Karlsbad (1902), die 1906 die Leitmeritzer Hütte mit einem Neubau als Karlsbader Hütte von der Sektion Teplitz übernahm, Gablonz (1903), Aussig (1904), Nordmähren-Olmütz (1909) und Saaz (1913), bis der erste Weltkrieg dieser Entwicklung einen jähen Haltepunkt aufzwang.

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