Sudetendeutsche Hütten

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Leitmeritzer Hütte

2260 m

  Sektion Teplitz
Einweihung Leitmeritzer Hütte
Einweihung der Hütte 1888
  Die Anfänge des Alpenvereins in Leitmeritz gehen bis 1886 zurück.

Von der Sektion Teplitz-Nordböhmen des Deutsch-Österreichischen Alpenvereins wurden damals an die Bürgermeister der nordböhmischen Städte Rundschreiben gerichtet, welche die Interessenten "für das Alpengebiet und seine Touristik" ausfindig machen sollten.
Aufgrund dieses Aufrufes meldeten sich 20 Personen, die die ersten Mitglieder der Sektion Leitmeritz als Ortsgruppe der S. Teplitz bildeten. Die S. Teplitz hatte bereits mit dem Bau einer Hütte in den Stubaier Alpen begonnen, und Kommerzienrat Reginald Czermak, welcher geschäftliche Beziehungen nach Lienz in Osttirol hatte, vermittelte auch den Leitmeritzern einen geeigneten Hüttenplatz in den Lienzer Dolomiten am Laserzsee.


Eine Besichtigung der Stelle löste sofort Begeisterung für den schönen Platz aus. Am 15.Juli 1887 wurde schon der Hüttenplan samt Voranschlag (1800 bis 2000 Gulden) beim Hauptausschuss der Sektion für die "Leitmeritzer Hütte" (für kurze Zeit auch "Laserz Hütte" genannt ) eingereicht, was von dort aus einen Zuschuss von 500 Gulden erbrachte.
Mit Kaufvertrag vom 31. August 1888 hat die Sektion Teplitz - Nordböhmen von der Gemeinde Tristach ein 50 Quadratklafter ( 50 Quadratklafter ca. 95 m²) messendes Grundstück der Grundparcelle Nr. 1666 beim Laserzsee gelegen um 10 fl ( das ist zehn Gulden österr. Währung ) gekauft; gleichzeitig wurde die Genehmigung erteilt, aus dem Laserzsee Schotter zu entnehmen, sowie auf ihm kahnzufahren.
Das Hüttenblatt hält fest, dass die Hütte aus Holz gebaut ist, und auf einem Steinsockel steht. Die Hütte bekam einen Vorraum als Küche, einen Schlafraum mit sechs Matratzenlagern und einen Dachboden mit zehn Schlafstellen.

Das Hüttenblatt ist erhalten, und kann im historischen Alpenarchiv <<< hier >>> nachgelesen werden

 

Sicht von Süden
Hütte von Süden 1888
klick für goßes Bild
  Am 6. August 1888 wurde der Bau bereits vollendet, und am 31. August fand die feierliche Einweihung statt; für die dortige Bevölkerung ein wahres Volksfest. ( Offensichtlich fanden die "Eröffnung" und die "Einweihung" der Hütte nicht am selben Tag statt, da in den Mitteilungen des DuÖAV von 1888 ein Eintrag über die Erstbesteigung der Teplitzer Spitze zu lesen ist: "Am Eröffnungstage der Leitmeritzer Hütte, 28. August, unternahmen die Herren Schulinspector K o p, Lehrer S t o c k (beide S. Lienz) und R. C z e r m a k - Teplitz die Ersteigung dieser fünfzinkigen Gratspitze, welche gegen die Kerschbaumeralpe ziemlich ebenso abstürzt wie gegen den Laserzkessel und nur von der Südseite mittels eines Gratganges zu erreichen ist.......")
(Um die Verwirrung um den Eröffnungstermin noch zu vergrößern, ist im Hüttenblatt der 30. August festgehalten; die S. Karlsbad hält den 1.September für den Einweihungstermin.)

Zwei Wege führten zur Hütte: Von Amlach durch die Galitzenklamm zum Weißensteinsattel und von Tristach zum Tristacher See, vorbei am Rauchkofel und über die Tristacher Wiesen ebenfalls zum Weißensteinsattel.

Die jährliche Besucherzahl betrug 1888, bedingt durch die feierliche Eröffnung, 65 in den übrigen Jahren bis 1893 zwischen 12 und 32.
Trotz der geringen Besucherzahl (36 Touristen im Jahr 1902 ) wurden1903 "eine größere Anzahl Roßhaarmatratzen beschafft, so daß den diesbezüglich gestellten Wünschen nun Rechnung getragen erscheint."
Im Oktober 1897 wurde die Hütte durch Einbrecher geplündert.

Durch wirtschaftliche Schwierigkeiten und Rückgänge im Mitgliederbestand der Untergruppe Leitmeritz sah sich die Sektion Teplitz zum Verkauf der Hütte gezwungen, der am 6. September 1906 zum Abschluss mit der Karlsbader Sektion führte. Der Kern der alten Leitmeritzer Hütte kann aber in der heutigen Karlsbader trotz der Um- und Zubauten erkannt werden

1906 erwarb die Sektion Karlsbad für 1000 Kronen die unbewirtschaftete Leitmeritzer Hütte von der Sektion Teplitz und wurde in Karlsbader Hütte umbenannt.






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