Sudetendeutsche Hütten

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Grohmannhütte

2254 m

Sektion Teplitz

Eröffnung der Teplitzer Hütte 1887
Eröffnung der Teplitzer Hütte am "Bloßen Bühel" 27.8.1887
Archiv S.Sudeten

Wer über die Grohmannhütte schreiben will, muss zunächst über den Bau der Teplitzer Hütte nachlesen, denn in den Mitteilungen des DuÖAV erscheint der Name erst, nachdem die erste Teplitzer Hütte zerstört war. Am 27. August 1887 wurde die Hütte mit 14 Schlafstellen am „Bloßen Bühel“ im Ridnauntal in 2254 m eröffnet. Es war eine stabile Hütte aus Stein, außen verfugt und innen mit einer Holzschalung ausgekleidet. Die großzügige Innenausstattung wurde überwiegend durch Spenden möglich gemacht. Lange Zeit war dem Bau nicht beschieden. Zwar erscheint in keiner geschichtlichen Abhandlung der Hinweis, dass ein Brand die Hütte zerstört hätte, auch wird von keinem Wiederaufbau nach einem Brand berichtet. Die Hüttenpächter überraschten mich jedoch 2014 mit dieser Tatsache.
Grohmannhütte 1889                   Eröffnung der Grohmannhütte am 14.8.1889
                                                          
Archiv S.Sudeten
Umfangreich wird jedoch von furchtbaren Stürmen in dem Gebiet „Üble Thäler“ zwischen dem „Hangenden“ und dem „Ebenen“ Ferner berichtet, die im Winter 1887 die Hütte total zerlegten. In den Mitteilungen des DuÖAV kann man auf Seite 144 im Jahrgang 1888 einen umfangreichen Bericht von Reginald Czermack - dem 2. Vorsitzenden der S. Teplitz - nachlesen: Ein Brief des Herrn Kuraten Masl aus Ridnaun vom 11. Mai d. Js. berichtet: »Vergangene Woche kam jemand hinauf in die untere Alpe und sah nichts mehr von der Hütte. Führer Kotter machte sich am Montag (7.Mai) mit Schneereifen auf, um nachzusehen. An der »Platte« angelangt, sieht er hinüber und sieht ebenfalls nichts, da es beinahe noch dunkel war. Er sieht aber unter der Hütte Holz im Schnee stecken. Er steigt zum Ferner und geht über denselben hinauf zur Hütte.

Dort findet er, dass das Dach und die Giebelmauer gegen den Absturz des Ferners bis auf die Durchzüge verschwunden. Gegen den Bergrücken, meinte er, sei die Mauer noch vorhanden. Er gräbt mit dem Stocke ein Loch in den Schnee und durch dieses sieht er in die Hütte. Der Tisch steht noch, doch die Mauer gegen den Ebenen Ferner zu ist bis zu den Fensterstöcken fort. Der Oberboden liegt auf der Mauer gegen den Fernerabsturz noch auf. Wie es gegen die Thür zu aussieht, konnte er nicht sehen. Die Giebelmauer ist fort. Wie es sonst aussieht, konnte er mir nicht berichten, da die Mauern noch mehr als doppelt mannestief im Schnee stecken.
 
Grohmannhütte 1980
Noch vor dem Umbau ca. Anfang 1980
klick für großes Bild                                                            Archiv S.Sudeten
Als Beweis, bei der Auswahl des Standplatzes auf Lawinensicherheit geachtet zu haben, konnten Sachverständige bezeugen, dass die Hütte nicht von einer Schneelawine, sondern höchstwahrscheinlich von einer Windhose zerstört wurde.
Reginald Czermack schreibt 1889 in den Mitteilungen auf Seite 271:
Noch im vorjährigen Sommer konnte man den einen Streifen bildenden Verlauf des furchtbaren Windes beobachten. Während die Hütte förmlich zerdrückt war, blieb ein etwa 20 Schritt davon entferntes, leichtes hölzernes Anstandshäuschen ganz verschont und diente dieses nach Entdeckung des Unglücks eine Zeitlang als Aufbewahrungsplatz für die wenigen geretteten Habseligkeiten.

Wenn die Section Teplitz-Nordböhmen dennoch den Neubau der Hütte nach einer andern Stelle verlegte, so waren hiefür zumeist touristische Gründe massgebend.

Noch 1888 wurde an Stelle der zerstörten Hütte eine „Noth-Hütte“ errichtet, als Unterkunft für den Bau der neuen Teplitzer Hütte 300 m höher am Beistein. Durch eine bedeutende Stiftung durch den 2. Vorstand Theodor Grohmann war es möglich, die zerstörte Hütte wiederaufzubauen, die dann auch den Namen Grohmannhütte erhielt.

Beide Hütten - Grohmann und Teplitzer - wurden ohne große Feier am 14. August 1889 eröffnet. Die Grohmannhütte dürfte der letzte unverändert erhaltene Hüttenbau nach Stüdls Zeichnung sein. Sie steht noch heute an dem ersten Bauplatz, nichts hat sie bisher beschädigen können. Nach dem 1. Weltkrieg wurde sie von der S. Sterzing übernommen. Sie stand lange leer, wurde in den Jahren 1981 bis 1984 umgebaut und 1998 bis 2000 vollständig saniert.
 
Die Grohmannhütte heute

Anstieg zur Grohmannhütte      Blick hinauf zur Hütte
       Foto: Wikipedia / Ramessos 09/2014

Sicht von Osten
Von Osten gesehen
Foto: Wikipedia / Hermann Hammer 07/2014
Rückblick zur Grohmann Hütte     Rückblick zur Grohmannhütte auf dem Weiterweg
     zur Teplitzer Hütte
                                                          Foto:T.Most
      klick für Gesamtfoto
Grohmannhütte Schild
Foto: Th. Most

Beim Aufstieg am 17.8.2014 gelang es mir nicht, ein Foto von dem Hüttlein zu schießen; es war von einer Unmenge Besuchern bevölkert (daher auch nur der Rückblick).
Beim Abstieg am 19.8. war dichter Nebel.
Mehr Glück hatten die Fotografen Hammer und Ramessos im gleichen Jahr.

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