Sudetendeutsche Hütten

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Rupertihaus

1265 m

   Sektion Reichenberg

Nach 1918 gestattete der neue tschechische Staat keine Sektionen des DÖAV. Die Sektion mußte in "Deutscher Alpenverein Reichenberg" umbenannt werden. Mit den anderen 13 Sektionen im Staate schloß man sich zum "Verband Deutscher Alpenvereine in der Tschechoslowakei" zusammen.

Nach dem Anschluß an das Reich im Jahre 1938 wurde der Verein eine Sektion des DAV, Dr. Turnwald Gaufachwart für das Bergsteigen im Sudetenland und Mitglied des Hauptausschusses des DAV.
Unter ihm konnte der alte Wunsch der Sektion nach einem Skiheim in den Alpen erfüllt werden. 1933 wurde das Rupertihaus bei Mühlbach unter dem Hochkönig gepachtet. Von Baumeister Pietsch umgestaltet, konnte es am 23. Februar 1935 eröffnet werden.

Rupertihaus in Mühlbach am Hochkönig
Rupertihaus unter dem Hochkönig
In den Mitteilungen des DuÖAV Jhrg. 1935 wird berichtet:

Einweihung des Rupertihauses am Hochkönig. Der DAV. Reichenberg hat am Fuße des Hochkönigs ein neues Bergheim geschaffen, das am 23. und 24. Februar eingeweiht und der Öffentlichkeit übergeben wurde.
Ein altes Knappenhaus der Mitterberger Kupfer A.-G. ist nach eingehenden baulichen Instandsetzungen den heutigen Bedürfnissen angepaßt und vollständig neu eingerichtet worden. Die alteingeführte Bezeichnung „Rupertihaus" wurde beibehalten.
Das Haus enthält 40 Betten, ein geräumiges Matratzenlager, Speiseräume, Duschen und Wannenbäder, ist zentral beheizbar, mit elektrischem



Licht und mit fließendem warmen und kalten Wasser versehen.
Die Lage des Hauses ist eine besonders günstige. Die Front blickt genau nach Süden und bildet einen Sonnenfang. Von Bischofshofen verkehrt ständig ein Autobus nach Mühlbach, von wo noch 1 Stunde Anstieg bis zum Haus ist. Im Sommer kann man mit dem Auto bis vor das Haus fahren.
Das Rupertihaus ist ein willkommener Stützpunkt im Sommer und Winter für das Hochköniggebiet sowie für die Dientner Berge und deren Fortsetzungen. Sein Hausberg ist der Hochkeil, ein hervorragender Aussichtsberg und Schiberg.

Es entsprach aber nicht den Erwartungen, da zu wenig Gelegenheit zum Skifahren in der näheren Umgebung war. So wurde die Pachtung 1942 wieder aufgelassen.

Der Skispringer Sepp ("Buwi") Bradl (1936 als erster Springer über 100 m erreicht/ 1953 Gewinner der Vierschanzentournee) bewirtschaftete das Haus bis zu seinem Tode 1982 mit seiner Frau Paula.

In der Internetseite der Feuerwehr Mühlbach finde ich folgenden Eintrag: Vermutlich durch Schweißarbeiten enstand am 7.12.1990 im Rupertihaus ein Glimmbrand, der sich schnell ausbreitete und bald das ganze Objekt einäscherte.

Das Haus wurde nicht wieder aufgebaut.





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