Sudetendeutsche Hütten

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     Karlsbad

Karlsbader Hütte 2260m


Leitmeritzer 1888
Leitmeritzer Hütte am Laserzsee 1888

1906 Innenansicht
Hüttenraum der Leitmeritzer Hütte

Am 28. Juni 1906 kaufte die Sektion Karlsbad von der Sektion Teplitz die unbewirtschaftete Leitmeritzer Hütte (Lienzer Dolomiten), und beantragte gleichzeitig beim Deutschen und Österreichischen Alpenverein die Umbenennung in Karlsbader Hütte. Karl Schöttner aus Karlsbad schreibt in den Mitteilungen des DuÖ Alpenvereins 1908:
    ".....Allmählich war aber das unbewirtschaftete Hüttlein doch zu klein geworden, und da die Gruppe der Lienzer Dolomiten durch die Tauernbahn, die jedenfalls einen großen Touristenstrom durch das Pustertal lenken wird, an Besuch zweifelhaft gewinnen dürfte,  entschloß sich die S. Karlsbad zu einem Neubau, der im Jahre 1907 mit Unterstüzung des Zentralausschusses durchgeführt wurde. Das alte  Hüttlein wird in Hinkunft als Küche dienen, an seiner Seite erhebt sich die neue Karlsbader Hütte, ein erkergeschmückter, praktischer Blockbau, außen mit Lärchenholz verschindelt, innen mit Zirbelbrettern vertäfelt, aussichtsreich, schmuck und gemütlich. Die Hütte enthält neben den Wirtschafts- und Führerräumen ein großes Speisezimmer, sieben Schlafzimmer für 15 Betten, von welchen jedoch vorläufig nur 10 aufgestellt sind und ein Matratzenlager für acht Touristen."

Am 6. September 1908 wird die Hütte feierlich eingeweiht, und ab dem 8. September auch bewirtschaftet.

Nach dem Umbau 1907
Nach dem Umbau 1907                          klick für Gesamtbild
In den Kriegsjahren wurde die Hütte nicht bewirtschaftet. Im Jahr 1916 diente sie einer Standschützenabteilung als Standort, wodurch sie manchen Schaden erlitt; so zog der Hüttenwirt 1918 nicht weniger als 370 Nägel aus den getäfelten Wänden. 1919 jedoch konnte man wieder beginnen, und auch das inzwischen eingedrückte Dach reparieren. 1920 mußte sich die Sektion auf Druck der neuen tschechoslowakischen Regierung in Prag in "Deutscher Alpenverein Karlsbad" umbenennen. Die erfreuliche Zunahme an Mitgliedern aus den Nachbarorten bewog die Sektion, in der Hütte 1911 ein "Saazer" und ein "Weiperter" Zimmer. und 1922 ein "Graslitzer" Zimmer einzurichten. 1921 wurde eine neue Quellwasserleitung erbaut. Im Herbst 1922 wurde auch der 2. Hüttenumbau begonnen, der vorerst letzte bis zur Sanierung 1970 bis 1974. 1923 wurde der neue Zubau eröffnet, wodurch die Hütte 20 Betten in Zimmern, 20 Betten in gemeinsamen Schlafräumen und 10 Notlager erhielt.

Nach dem Umbau 1921 - 1923
Nach dem Umbau 1923          (Törlkopf, Gamswiesenspitzen)

Auf den 4. September 1938 fiel die 30 - Jahrfeier der Eröffnung der Karlsbader Hütte sowie das 50. Bestandsjahr der alten Leitmeritzer Schutzhütte. Ein Teil der alten Leitmeritzer Hütte war damals noch sichtbar.
1939 mußte der Verein erneut seinen Namen ändern, und heißt nun "Deutscher Alpenverein Zweig Karlsbad e.V." , außerdem war er von 1938 bis 1945 in den deutschen Reichsbund für Leibesübungen zwangseingegliedert.
Durch die Nachkriegswirren und die Vertreibung der Deutschen wurde um das Eigentumsrecht der Hütte heftig gekämpft. Der Sektion Lienz gelang es jedoch 1951 die Betreuung der Hütte zu erhalten. Sie gründete daraufhin am 19. Mai im Rahmen der Hauptversammlung der Sektion Lienz eine "Gruppe Karlsbad" als selbständigen Verein. Am 26. Juni 1957 wurde das Eigentumsrecht der Karlsbader Hütte wieder auf den "Deutschen Alpenverein Karlsbad e.V. (rück-)übertragen.



 

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