Sudetendeutsche Hütten

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    Eger und Egerland

Egerer Hütte / Seekofelhütte 2350 m

Rifugio Biella alla Croda del Becco

Seekofelhütte 1907
Einweihung der Hütte am 16.07. 1907
Foto in der Hütte
"Die Sektion Eger und Egerland (gegründet 1894) ist nach zehnjährigem Bestande durch den in ihrer am 1. Februar 1904 abgehaltenen Hauptversammlung gefaßten Beschluß, auf dem Seekofel in den Pragser Dolomiten ein Unterkunftshaus zu erbauen, in die Reihe der praktisch arbeitenden Sektionen eingetreten und hat sich gleichzeitig die Erschließung der herrlichen Pragser Dolomiten, besonders des vom Pragser Wildsee südöstlich gelagerten mächtigen Kamms vom Seekofel bis einschließlich der Hohen Gaisl, zur Aufgabe gemacht."
So schreibt Hans Werner - Schriftführer der Sektion Eger Egerland - 1907 in den Mitteilungen des D.u.Ö.AV. Umfangreiche Wegearbeiten waren

nötig, um mit dem Bau beginnen zu können, insgesamt 16 km „Karrenweg“ wurde zum Teil neu erstellt. Der Hüttenbau ging dadurch rasch voran, im Juni 1906 begonnen, war er im August bereits unter Dach. Das Material für den Steinbau wurde unmittelbar am Bauplatz gebrochen und durch den Baumeister Angelo Apollonio aus Cortina zu einem einstöckigen Bau hochgezogen. „und mit Zement sauber verfugt“.


Seekofelhütte
Seekofelhütte 

"Im Erdgeschosse des Schutzhauses befindet sich das Gastzimmer, die Küche und ein Schlafraum für den Wirtschafter. Das Gastzimmer hat 6,35 m Länge und 4,80 m Breite, also mehr als 30 m² Bodenfläche bei 3 m Höhe. Die Küche ist sehr geräumig, da sie auch als Tagesaufenthalt für die Führer dient; sie hat 24 m² Bodenfläche. Der erste Stock enthält fünf, zum Teile heizbare Zimmer zu je drei Betten, das Dachgeschoß einen großen Schlafraum für die Führer und mehrere Kammern. ….Eine ausdauernde Quelle befindet sich in der Nähe, doch muß das Wasser vorläufig noch getragen werden."  


Seekofelhütte
Die Gesamtkosten für Weg- und Hüttenbauauslagen in Höhe von K 30.000.-- konnten dank der Spenden der Egerer Stadtgemeinde, der Kreditinstitute und der Sektionsmitglieder sowie durch Zuschüsse des Zentralausschusses aufgebracht werden. Zur Vorfeier der Hütteneröffnung traf man sich am 15. Juli 1907 abends im „Hotel Pragser Wildsee“ zu einem gemütlichen Abend. Der gemeinschaftliche Aufbruch erfolgte am nächsten Morgen um 6 Uhr. Nach einem kurzen Rundgang nahm der Dechant von Cortina die Weihe des neuen Hauses vor. Der Vorstand der Alpenvereinssektion Eger und Egerland, Dr. Hans Lauterer sowie prominente Gäste hielten ihre Ansprachen und bedankten sich bei allen Beteiligten bzw. sprachen ihr Lob aus über


dieses so gelungene Bauwerk. Gegen 3 Uhr nachmittags erfolgte der Aufbruch von der Hütte, wobei die meisten Teilnehmer den Abstieg über den 16 km langen Karrenweg nach Cortina wählten.
Die Hütte wurde gut besucht, in der Saison 1908 waren es 562 Personen. (Heute - 2015 - sind es jährlich gegen 2500 Besucher.) In diesem Jahr und auch in den folgenden wurde häufig eingebrochen, und es entstand erheblicher Schaden, auch im Winter wurden Türen und Fenster aufgebrochen, obwohl die Tür für Schneeschuhwanderer offen gehalten wurde.
Nach dem ersten Weltktieg wurde die Hütte geplündert und durch den italienischen Staat enteignet und vom Militär benutzt, erst in den zwanziger Jahren wurde sie der Sektion Biella des


Seekofelhütte mit Seekofel

     Im Hintergrund der Seekofel

CAI (Club Alpino Italiano) übergeben, die sie bis nach dem zweiten Weltkrieg verwaltete. Die S. Biella renovierte 1926 die Hütte und gab ihr den neuen Namen „Rifugio Biella“.Danach erhielt die Sektion Treviso die Hütte, die sie auch heute noch besitzt. Von dieser Sektion stammt auch der Zusatz „alla Croda del Becco“ (am Seekofel).
Alle Fotos: Th. Most 2015





 

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